Kati Eggerts Biografie und Wahlprogramm

Biografie

Kati Eggert arbeitet im Projektmanagement, vorwiegend in abteilungsübergreifenden Projekten mit Schwerpunkt IT und Digitalisierung.

Seitdem sie lesen kann, begeistert sie sich für SciFi und Fantasy. Zum Fandom fand sie (noch zu Zeiten von gedruckten Zines und Papier-Newslettern) rein zufällig, als sie in einem Taschenbuch über eine Anzeige für einen Star Trek Fanclub stolperte.

Kati ist begeisterte Cosplayerin und häufig als Helferin auf Conventions zu finden, insbesondere auf nichtkommerziellen, von Fans auf die Beine gestellten Cons. Neben Star Trek hat Kati mittlerweile eine Vielzahl von anderen Fandoms für sich entdeckt und liest leidenschaftlich gerne Meta über Fandom und Fanwerke.

Kati hat die Entwicklung der OTW (Organisation für Transformative Werke) seit den ersten Diskussionen in 2008 interessiert verfolgt. Sie ist seit 2015 freiwillige Mitarbeiterin bei Richtlinien und Missbrauch und seit 2019 auch im Übersetzungskomitee (Team Deutsch).

Wahlprogramm

1. Warum haben Sie sich entschieden an der Vorstandswahl teilzunehmen?

Das Fandom war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens und hat es mir ermöglicht, Freundschaften zu schließen, die nun schon mehr als zwei Jahrzehnte halten. Leider bin ich selber sehr unkreativ. Um dem Fandom trotzdem etwas „zurückgeben zu können“, habe ich beschlossen, als freiwillige Mitarbeiterin bei der OTW zu arbeiten.

Im Laufe der Jahre haben wir mehrfach erlebt, wie populäre Plattformen zensiert wurden und kleinere Archive unwiederbringlich verloren gingen, weil Anbieter ihre Dienste einstellten oder Archivar*innen das Interesse verloren. Aktuell drängt die Anti-Bewegung Schöpfer*innen von Fanwerken aus dem Fandom. Ich bin daher überzeugt von der Mission der OTW, alle legalen Fanwerke sowie die Geschichte des Fandoms zu bewahren.

Aufgrund meiner gesammelten Erfahrungen, sowohl als langjährige, freiwillige Mitarbeiterin der OTW und ihrer Projekte, als auch beruflich, bin ich überzeugt, dass ich der Verantwortung einer Vorstandstätigkeit gewachsen bin und sicherstellen kann, dass die OTW und alle ihre Projekte auch langfristig Bestand haben.

2. Welche Fähigkeiten und/oder Erfahrung würden Sie in den Vorstand einbringen?

In meinem Berufsleben habe ich bereits in mehreren IT- und Digitalisierungsprojekten in abteilungsübergreifenden Teams gearbeitet, bei denen organisationsübergreifende Kollaborationen und ein erfolgreiches Konfliktmanagement unabdingbar waren. Darüber hinaus kann ich als Vorstandsmitglied auch auf berufliche Erfahrungen mit Optimierung von Geschäftsprozessen und -dokumentation, Risiko- und Wissensmanagement sowie der Implementierung von Change Management u. a. zurückgreifen.

Als freiwillige Mitarbeiterin im Komitee für Richtlinien und Missbrauch stehe ich in direktem Kontakt zu den Nutzer*innen des AO3 (Ein Eigenes Archiv), unserem größten Projekt, und erhalte dadurch einen unmittelbaren Eindruck von den Bedenken unserer Nutzer*innen.
Dank der Mitarbeit bei Richtlinien und Missbrauch hatte ich bereits die Gelegenheit, mit anderen Komitees wie Support, Übersetzung, Barrierefreiheit, Design und Technik und der Rechtsabteilung zusammenzuarbeiten. Doch meine zusätzliche Mitarbeit im Übersetzungskomitee hat es mir ermöglicht, einen noch tiefergehenden Blick auf das Zusammenwirken aller Projekte der OTW zu gewinnen. In beiden Komitees konnte ich darüber hinaus wertvolle Erfahrungen in der Zusammenarbeit in multinationalen Teams sammeln.

Wählen Sie ein oder zwei Ziele für die OTW, die Ihnen wichtig sind und an denen Sie gerne während Ihrer Amtszeit arbeiten würden. Warum sind Ihnen diese Ziele wichtig? Wie würden Sie mit anderen zusammenarbeiten, um diese Ziele zu erreichen?

Ein Ziel das ich verfolgen möchte, ist, die Projekte der OTW internationaler zu gestalten und für Fans weltweit zugänglicher zu machen – von denen sich einige buchstäblich ihren Regierungen widersetzen, um auf unsere Webseiten zuzugreifen!

Im Moment übersetzen wir bereits Nachrichtenbeiträge und Tickets, die an den AO3 Support und Richtlinien und Missbrauch gesendet werden, aus und in Dutzende von Sprachen. Dies kann jedoch nur ein erster Schritt sein, um nicht-englischsprachige Fans im AO3 willkommen zu heißen. Vor uns liegt noch viel Arbeit.

Bei unseren Projekten Fanlore und Open Doors (Offene Türen) sind Wiki-Artikel über und Archive aus Communities, die nicht Englisch sprechen, unterrepräsentiert. Daher könnte die OTW z. B. versuchen, auch anderssprachige Fandom-Communities zu erreichen. Diese wissen möglicherweise gar nicht, dass es diese Projekte gibt und dass auch sie die OTW-Infrastruktur nutzen können, sofern sie dies möchten.

Wenn wir wirklich eine internationale Organisation sein möchten, dann müssen wir die Benutzeroberfläche des AO3 in anderen Sprachen verfügbar machen, sowie ein breites Spektrum an Fanwerken und Fandom-Traditionen bewahren. Jedes unserer Projekte hat unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen und mir ist bewusst, dass enorme Ressourcen notwendig sind, um diese Verbesserungen umzusetzen, insbesondere eine mehrsprachige Benutzeroberfläche des AO3. Ich bin jedoch der Überzeugung, dass dies ein wesentlicher Bestandteil unserer Mission ist und würde alle Projekte und Komitees, die an diesem Ziel arbeiten, nach vollen Kräften unterstützen.

4. Welche Erfahrungen haben Sie mit den Projekten der OTW? Und wie würden Sie mit den jeweiligen Komitees zusammenarbeiten, um diese zu unterstützen und zu stärken? Versuchen Sie eine Reihe unterschiedlicher Projekte zu berücksichtigen, Sie können aber gerne jene besonders hervorheben, mit denen Sie Erfahrung haben.

Durch meine Mitarbeit bei Richtlinien und Missbrauch war das AO3 das Projekt der OTW, mit dem ich in den ersten Jahren meiner freiwilligen Mitarbeit am vertrautesten war. Seitdem ich mich zusätzlich im Übersetzungskomitee engagiere, kann ich eine größere Zahl an OTW-Projekten direkt unterstützen. Als Mitglied dieser Komitees habe ich die Möglichkeit, mit den Komitees für Support, Tagbändigung, der Rechtsabteilung und Offene Türen zusammenzuarbeiten. Dadurch konnte ich einen Einblick in deren jeweilige Schwerpunkte, Arbeitsabläufe sowie aktuelle Herausforderungen erhalten.

Ich bin selber nicht wirklich Redakteurin, aber ich verbringe viel Zeit damit, Fanlore zu lesen, wenn ich ein neues Fandom entdeckt habe, oder wenn ich mehr über bestimmte Teile der Fandom-Geschichte erfahren möchte. Das Journal Transformative Works and Cultures – TWC (Transformative Werke und Kultur) liegt mir sehr am Herzen, da ich gerne Meta-Analysen lese. Und ich bin sehr dankbar für alle Archive, die Offene Türen bereits gerettet hat – hätte es dieses Projekt nur schon in den Anfängen des Internets gegeben! Darüber hinaus hoffe ich, dass die Rechtsabteilung weiterhin erfolgreich transformative Werke verteidigt und alle Komitees bei ihrer Arbeit unterstützt.

Intern hat die Umstellung auf unsere aktuelle Chat-Plattform dazu geführt, dass alle Komitees und Projekte mehr miteinander kommunizieren und besser zusammenarbeiten. Dies hat insbesondere dazu geführt, dass vormals starke Komitee-Silos aufgebrochen wurden.

Als Mitglied des Vorstandes möchte ich von den Komiteevorsitzenden und freiwilligen Mitarbeiter*innen mehr über das Innenleben und die Herausforderungen jedes einzelnen Projekts und Komitees lernen, um so zu erfahren, vor welchen Herausforderungen sie stehen, und was der Vorstand tun kann um ihren weiteren Erfolg sicherzustellen.

5. Wie würden Sie Ihre Arbeit als Vorstand mit anderen Tätigkeiten innerhalb der OTW vereinbaren? Oder planen Sie die Übergabe Ihrer anderen Tätigkeiten, um sich auf die Vorstandsarbeit zu konzentrieren? Wie werden Sie vorgehen?

Um den Blick auf die Praxis nicht zu verlieren möchte ich, sofern es irgendwie möglich ist, auch weiterhin in meinen beiden aktuellen Rollen arbeiten. Vor kurzem habe ich – parallel zu meiner beruflichen Tätigkeit sowie meiner Arbeit bei Richtlinien und Missbrauch und im Übersetzungskomitee – einen zusätzlichen Abschluss erworben. Die Zeit, die ich bisher für das Studium und die Thesis aufgewendet habe, steht nun für die Arbeit im Vorstand zur Verfügung. Darüber hinaus bieten meine derzeitigen Rollen auch ein gewisses Maß an Flexibilität. Sollte die Arbeitsbelastung im Vorstand unerwartet ansteigen, so ist es z. B. bei Richtlinien und Missbrauch möglich, die Anzahl der Tickets auf das Minimum zu reduzieren, oder sich sogar kurz beurlauben zu lassen. Außerdem erfordert meine berufliche Tätigkeit einen hohen Grad an Zeitmanagement und organisatorischen Fähigkeiten. Dies ermöglicht es mir, meine verschiedenen Rollen – privat, beruflich und als Freiwillige bei der OTW – erfolgreich zu koordinieren.