Priscilla Del Cima’s Biographie und Manifest

Biographie

Priscilla Del Cima hat einen Hochschulabschluss in Jura und beendet im Moment ein MBA-Studium an der Fundação Getúlio Vargas in Rio de Janeiro. Sie ist der OTW (Organisation für Transformative Werke) 2009 beigetreten und hat seitdem in verschiedenen Komitees gearbeitet, darunter dem „Entwicklung und Mitgliedschaft“-Komitee, dem „AO3-Dokumentation“-Komitee sowie dem Wikikomitee. Seitdem sie es gegen Ende 2013 neustrukturiert hat, ist sie Vorsitzende des Übersetzungskomitees. Sie ist auch eine treibende Kraft im Wiederaufbau des Finanzkomitees.

Manifest

1. Warum haben Sie sich entschieden, für die Vorstandswahl anzutreten?

Ich besitze Erfahrungen und Fertigkeiten von denen ich glaube, dass sie dem Vorstand, gerade in seiner jetzigen Situation, helfen können, um mit den bestehenden Arbeitsbelastungen und Herausforderungen fertig zu werden. Die ersten Monate ihrer Amtszeit haben die Vorstandsmitglieder damit verbracht, einen schwierigen Übergabeprozess umzusetzen und in der kurzen Zeit, die ihnen zur bisher zur Verfügung stand, haben sie viel erreicht. Aber es liegt auch noch viel Arbeit vor ihnen. Eines der Dinge, mit denen ich mittlerweile wiederholt Erfahrung gesammelt habe, ist die Zusammenarbeit mit Teams, welche über viel undokumentiertes Wissen verfügen, um dieses Wissen und ihre Arbeitsabläufe entsprechend zu strukturieren, zu dokumentieren, zu überprüfen und zu verbessern. Die Atmosphäre und Kommunikation innerhalb der OTW haben sich im letzten Jahr stark verbessert (auch wenn es natürlich weiterhin viel zu tun gibt!) und ich habe das Gefühl, dass wir in einer guten Ausgangslage sind, um gute Fortschritte bei der Zusammenarbeit und der Wissensvermittlung zu erreichen.

2. Welche Fähigkeiten und/oder Erfahrungen würden Sie in den Vorstand einbringen?

Als Vorsitzende des Übersetzungskomitees überwache ich das Management von über 200 freiwilligen HelferInnen. Das erfordert viele Fähigkeiten, die für die Vorstandsarbeit wichtig sind, wie zum Beispiel der Umgang mit kniffligen Personalsituationen; die Überwindung von Kommunikationproblemen, damit eine gemeinsame Basis gefunden werden kann; umfassende Nachbearbeitungen von Projekten mit freiwilligen MitarbeiterInnen, vor allem bezüglich ihrer Fortschritte und Probleme; eine Zusammenarbeit mit fast allen Teams der OTW bezüglich ihres Übersetzungsbedarfs und ihrer Übersetzungsprobleme; sowie Langzeitplanung und Kurskorrekturen für das Übersetzungskomitee, unter Anpassung an die aktuellen Bedürfnissen. Ich habe außerdem einige Jahre an den OTW Mitgliedschaftskampagnen mitgearbeitet, was mir einen guten Einblick in einen komplett anderen Teil der Organisation gewährt.

In der realen Welt arbeite ich vor allem im brasilianischen Vertrags- und Eigentumsrecht. Dies ist natürlich nicht so direkt auf die Arbeit der OTW anwendbar wie die oben erwähnten Qualifikationen, abgesehen davon, dass ich Spaß daran habe Verträge zu lesen und auseinanderzupflücken. Außerdem habe ich in den letzten Jahren viel über Projektmanagement und Geschäftsprozessanalyse gelernt.

3. Welche Ziele möchten Sie während Ihrer Amtszeit erreichen?

  • Gesamtübergreifende Pläne und Ziele für die OTW. Wir haben aktuell keine wirklich gesammelten Ziele für die ganze Organisation, welche sicherstellen, dass alle Teams und Projekte in die gleiche Richtung arbeiten und in ihrer täglichen Arbeit die gleichen Prioritäten setzen. Das bedeutet, dass wir teilweise in unterschiedliche Richtungen arbeiten oder nicht einmal wissen, was andere gerade tun. Ich würde gerne mit dem Vorstand und den Vorsitzenden der Komitees arbeiten, um gemeinsam zu entscheiden, was unsere Prioritäten sein sollten und um sicher zu stellen, dass alle eben auch daran arbeiten diese Prioritäten vorwärts zu bringen; regelmäßig abgleichen wie sich die Dinge entwickeln oder ändern; und ein System entwickeln das solche Abgleiche auch in der Zukunft fortgeführt werden.
  • Grundlagentraining für neue Vorstandsmitglieder schaffen, welches für alle freiwilligen Helfer der OTW im internen Wiki einsehbar sein sollte. Dies sollte die täglichen Aufgaben eines Vorstandsmitgliedes erklären und außerdem die entsprechenden Arbeitsabläufe und alle internen und externen Ressourcen die man bei Amtsantrittlesen sollte (oder sogar vorher).
  • Wiederaufbau des Finanzkomitees. Dies beinhaltet klare Arbeitsabläufe für die regelmäßige Buchführung und die Auslagerung einzelner Teilaufgaben an externe Steuerfachangestellte, Buchprüfer und Rechnungsprüfer, je nach Bedarf. Dieser Punkt ist etwas redundant, da wir hieran bereits arbeiten und im August entsprechende Bewerberrunden abhalten werden, aber ich freue mich drauf, wenn dies endlich fertig eingerichtet ist.

4. Was ist Ihre Erfahrung hinsichtlich der OTW-Projekte und wie würden Sie mit den relevanten Komitees zusammenarbeiten, um sie zu unterstützen und zu stärken? Schließen Sie bitte das Archive of Our Own – AO3 (Ein eigenes Archiv), Transformative Works and Cultures – TWC (Transformative Werke und Kultur), Fanlore, die Arbeit unserer Legal Advocacy (Rechtsvertretung) und Open Doors (Offene Türen) ein, aber fühlen Sie sich frei, bestimmte Gebiete zu betonen, an denen Sie besonders interessiert sind.

Ich war freiwillige Helferinn im Wikikomitee, welches Fanlore betreut und im Dokumentationskomitee, das die FAQs und Anleitungen für das AO3 schreibt. Im Rahmen meiner Arbeit mit dem Übersetzungskomitee und dem “Entwicklungs- und Mitgliedschafts”-Komitee habe ich außerdem von außen mit den Fanlore- und AO3-Teams zusammen gearbeitet, und auch mit dem Fachzeitschiftskomitee (TWC), der Rechtsabteilung und dem „Offene Türen“-Komitee. Ich bin mit so ziemlich allen unserer Projekte gut vertraut, sowie mit den internen Abläufen, welche sie möglich machen.

Ich glaube der Vorstand hat zwei Hauptaufgaben, wenn es darum geht unsere Projekte (und unsere Teams) zu unterstützen: den Teams die Werkzeuge und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen um ihre Arbeit zu erledigen sowie in regelmäßigen Abständen sicherstellen, dass sie sich Ziele gesetzt haben und sich diesen auch annähern – und wenn das nicht der Fall ist zu erforschen warum und was unternommen werden kann um zu helfen. Die Teams in der OTW haben alle sehr verschiedene Arbeitskulturen und -rythmen, so dass es schwer sein kann, alle an einen Tisch zu bekommen. Das ist aber trotzdem wichtig, um Verantwortlichkeiten im Bezug auf Pläne und Fortschritte zu etablieren. Dies ist ein Grundbaustein für die Motivation unserer freiwilligen Helfer, sowie für die Legitimität unserer Organisation. Wir hatten in der Vergangenheit Situationen in denen ganze Komitees (wie etwas das Übersetzungskomitee) die Arbeit eingestellt haben oder für Monate komplett verschwunden sind. Daher brauchen wir stabilere Strukturen um so etwas zu verhindern.

5.Wählen Sie zwei Punkte/Themen, von denen Sie annehmen, dass sie eine hohe Dringlichkeit für die OTW haben, sowohl in- als auch extern. Was bedeuten Ihnen diese Punkte und weshalb? Wie möchten Sie sie in Ihre Vorstandstätigkeit integrieren?

  • Finanzplanung und Mittelbeschaffung: Die OTW hat dieses Jahr ihr erstes prospektives Budget veröffentlicht und wir haben noch viele Dinge über die Planung und Vorhersage unserer Einnahmen und Ausgaben zu lernen. Das Erstellen des Budgets war nicht einfach und wir haben noch viel vor uns, aber ich glaube, dass sich unser Bewusstsein darum, was wir der Umwelt mitteilen sollten und auf welchem Wege dies am besten zu geschehen hat sich vorwärts entwickelt. Wir müssen die Diskussionen, Analysen und Rückmeldungen für dieses Daten regelmäßiger sammeln und in unsere Mitgliedschaftskampagnen integieren, sowie in unserer Kommunikation mit Mitgliedern, Nutzern und Fans. Während wir das Finanzkomitee aufbauen, hoffe ich, dass diese Perspektive von Anfang an Teil des Komittes sein wird. Dies zu einer Priorität zu machen, hier wie im Vorstand, ist ein wichtiges Ziel für mich..
  • Erwartungen und Kultur: Es gibt viele Aspekte unser Organisationskultur die sich schrittweise ändern müssen. Ein Punkt der mir wichtig ist, ist dass wir unsere Erwartungen stärker definieren. In vielen Teilen der OTW ist die Grundeinstellung weiterhin „Bei freiwilliger Arbeit ist jede Art der Arbeit gute Arbeit.“: Wenn eine Aufgabe Wochen oder Monate benötigt oder wenn eMails endlos verzögert werden, wird das trotzdem als ok angesehen. Das kann sowohl intern als auch extern zu vielen Problemen führen. Ja, es ist freiwillige Arbeit, ehrenamtliche Arbeit, und genau deshalb ist es wichtig, dass wir die investierte Zeit und Bemühungen Aller wertschätzen. Dazu gehört auch alle Erwartungen von vorn herein transparent zu machen, um Überraschungen und Ungleichgewichte zu vermeiden und sich mit Problemen auseinanderzusetzen, wenn sie auftauchen. Ich hoffe das ich meine diesbezüglichen Erfahrungen in kleinen Teams dazu nutzen kann diese Haltung organisationsweit zu erkennen und zu vermeiden.

6. Was glauben Sie sind die Schlüsselverantwortlichkeiten eines/des Vorstandes? Sind Sie vertraut mit den gesetzlichen Bestimmungen für den Vorstand einer gemeinnützigen Organisation in den USA?

In unserem speziellen Fall hat der Vorstand nicht nur die traditionellen Rollen des Vorstandes einer US Non-Profit-Organisation zu erfüllen – Sorgfaltspflicht, Loyalitätspflicht und Grundsatztreue, sowie treuhänderische Verantwortlichkeit, Befolgung der betreffende Gesetze und der Geschäftsordnung und der Überwachung der Arbeit der Komitees – sondern ist auch in der ausführende Arbeit der Komitees beteiligt. Der Vorstand soll hier auf verschiedene Arten helfen, von der Lösungsfindung oder bei der Beilegung von aufkommenden Konflikten, bis zur Überprüfung ihre Anträge auf eine Übereinstimmung mit den Bestimmungen der OTW. Der Vorstand hat auch die Aufgabe weitere Teams, je nach Bedarf, mit zu involvieren, wie zum Beispiel die Rechtsabteilung.

Wir müssen zukünftig Wege finden dies zu verändern, weil es in der Praxis bedeutet, dass Vorstandsmitglieder durch die Verfolgung und Diskussion solcher Einzelheiten keine Zeit haben sich mit den größeren, übergreifenden Zielen auseinander zu setzen, etwa in welche Richtung die OTW und ihre Projekte sich entwickeln sollten. Die Planung von Zielen für Projekte und Teams ist aktuell einzig Aufgabe der Vorsitzenden der Komitees, so sie denn die Zeit dazu finden. Aber da wir unsere Ziele und Pläne nicht oft untereinander besprechen, kann es leicht zu Differenzen zwischen den Zielen und Aktivitäten verschiedener Teams kommen, oder es kann vorkommen, dass Komitees größe Veränderungen oder neue Ziele festsetzen, ohne dass dies auffällt. Dies ist ein ernstes strukturelles Problem, dass auf vielen Ebenen angesprochen werden muss und dessen Behebung eine große Herausforderung sein wird.

7. Wie würden Sie Ihre Vorstandstätigkeit mit anderen Rollen in der OTW in Einklang bringen oder inwieweit planen Sie, Ihre derzeitigen Rollen abzugeben, um sich auf die Vorstandsarbeit zu konzentrieren?

Unabhängig von der Wahl habe ich vor, Ende des Jahres meinen Vorsitz des Übersetzungskomitees abzugeben. In den letzten Monaten haben ich und die andere Vorsitzendene des Übersetzerkomitees jemanden angelernt, um als Junior-Vorsitzender einzusteigen, was er bald tun wird.

Was das Finanzkomitee angeht: meine Aufgabe dort ist es ein entsprechendes Komitee aufzubauen, was ich auch vom Vorstand aus tun kann. Ich werde das Komitee verlassen, sobald es stabil läuft – nachdem weitere freiwillige Mitarbeiter angelernt, die grundlegenden Aufgaben diskutiert und ausgearbeitet wurden und alle die Arbeit aufgenommen haben.

Dieser Newsbeitrag wurde von freiwilligen ÜbersetzerInnen der OTW übersetzt. Um mehr über uns und was wir tun herauszufinden, schau auf der transformativeworks.org-Seite des Übersetzungsteams vorbei.