Nikisha Sanders Biographie und Manifest

Nachträgliche Änderung: Laut dieser Ankündigung wurde Nikisha Sanders durch den OTW-Vorstand vom 2015-Stimmzettel entfernt.

Biographie

Nikisha Sanders hat einen BA in Soziologie und Anthropologie am Earlham College erworben, wo sie ihre Abschlussarbeit zum Thema Geschlechterbewusstsein und -identifikation unter queeren Frauen schrieb. Sie war Aktivistin für AIDS-Aufklärung und -Bildung, lobbyierte als Mitarbeiterin der Fairness Campaign auf lokaler und Landesebene für LGBT-Rechte, und diente als Vorstandsmitglied der “Jobs with Justice”-Zweigstelle in Kentucky. Von 2007 bis 2011 war sie freiwillige Mitarbeiterin im Finanzkomitee der OTW (Organisation für Transformative Werke). Von 2011 bis 2014 war sie Teil des Vorstands der OTW. Von 2011 bis 2015 war sie Schatzmeisterin der OTW und Vorsitzende des Finanzkomitees. Anfang 2015 ist sie dem Komitee „Entwicklung und Mitgliedschaft” beigetreten. In jeder ihrer Positionen hat sie ihre Erfahrungen im Management von gemeinnützigen Organisationen, Mittelbeschaffung sowie im Bereich der Finanzbuchhaltung eingebracht, sowie ein persönliches Interesse daran, eine Verbindung zu PoC (People of Color)-Fangemeinschaften herzustellen. Sie ist 2000 als eifrige Leserin von Buffy the Vampire Slayer-Fanfiction in das Online-Fandom eingestiegen. Seit 2006 schreibt sie auch in verschiedenen Film- und Fernsehfandoms. Mittlerweile umschließen ihre fannischen Interessen auch Vidding, Onlinecomics und das Marvel Cinematic Universe.

Manifest

1. Warum haben Sie sich entschieden, für die Vorstandswahl anzutreten?

Ich war drei Jahre lang Mitglied des Vorstandes, nachdem ich 2011 gewählt wurde. Über die Entscheidung, nach einem Jahr als Amtsträgerin und reguläre freiwillige Mitarbeiterin wieder für den Vorstand anzutreten, habe ich monatelang nachgedacht. Ich werde ehrlich sein: Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es die beste Entscheidung ist. Ich habe beim ersten Mal Fehler gemacht. Ich bin mir sicher ich werde auch dieses Mal Fehler machen. Worüber ich mir aber ebenfalls sicher bin: Bei jedem Fehler, den ich begangen habe, habe ich mir Mühe gegeben, mich zu entschuldigen, meinen Fehler zu beheben und zu überdenken, und ich habe mich immer für diese Fehler verantwortlich gezeigt.

Während meiner ersten Amtszeit war es mir möglich, im Vorstand als Stimme für die freiwilligen MitarbeiterInnen zu fungieren, wenn andere deren Stimmen nicht wahrnahmen oder vertraten. Mir war es möglich, eine Beziehung zu einer Reihe von Komitees und Individuen aufzubauen und zu unterhalten, welche sich vorher vom Vorstand ausgeschlossen fühlten. Dies kam unserer Zusammenarbeit zugute. Ich konnte konkrete Unterstützung bei der Implementierung verschiedener Projekte und Vorgehensweisen bieten, welche die inneren Arbeitsabläufe der Organisation zum Besseren gewendet haben.

Ich glaube nicht nur, dass ich dies noch einmal tun kann, sondern auch, dass dies dringend nötig ist. Ich stimme der Richtung, die der Vorstand im Jahr 2015 eingeschlagen hat, nicht zu. Sie haben auf eine Weise gehandelt, die zu weniger statt zu mehr Transparenz geführt hat und so Fortschritte rückgängig gemacht, die während meiner Amtszeit erreicht wurden: mehr Probleme offen in Vorstandssitzungen zu besprechen und offeneren Dialog zwischen Vorstandsmitgliedern und freiwilligen MitarbeiterInnen zu fördern. Ich habe die Entfremdung zwischen dem Vorstand und den Komitees selbst erlebt. Es wurde nur wenig unternommen, um einen regelmäßigen Austausch mit freiwilligen MitarbeiterInnen zu ermöglichen. Statt dessen musste ich mit ansehen, wie der Vorstand Entscheidungen getroffen hat, die sich auf die Arbeit der Komitees auswirken, ohne sich vor Augen zu führen, wie dies die Arbeitsrealität beeinflusst. Dieses Defizit kann nur von Innen heraus behoben werden.

2. Welche Fähigkeiten und/oder Erfahrungen würden Sie in den Vorstand einbringen?

In den letzten 20 Jahren habe ich Erfahrungen im gemeinnützigen Bereich gesammelt, wo ich von der ehrenamtlichen Mitarbeiterin bis zur geschäftsführenden Direktorin jede Stellung eingenommen habe. Meine Aufgabengebiete beinhalteten unter Anderem das Beschaffen von Finanzmitteln, die Koordination und Schulung von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, das Knüpfen von Kontakten, das Finanzmanagement, sowie die Koordinierung von Treffen. Durch die unterschiedlichen Posten, die ich im Laufe der Zeit in der OTW besetzt habe, verfüge ich außerdem über Erfahrung mit all diesen Aufgaben innerhalb der Organisation.

Als Vorstandsmitglied der OTW war ich eines von zwei Mitgliedern, die für die Bildung des ersten Komitees „Strategische Planung“ verantwortlich waren und die bei der Entwicklung und Umsetzung der ersten Phasen der „Strategische Planung“-Roadmap beteiligt waren. Ich habe mit dem „Freiwillige und Rekrutierung“-Komitee zusammengearbeitet, um einen Verhaltenskodex aufzustellen und einen konstruktiven Weg zu finden, auf Verstöße zu reagieren, durch welche alle Mitglieder geschützt werden. Außerdem habe ich mich beim „Freiwillige und Rekrutierung“-Komitee für Änderungen bei der Rekrutierung und Anlernung eingesetzt. Innerhalb des Vorstandes habe ich andere Mitglieder bei ihren jeweiligen Bemühungen unterstützt, die Dokumentation der Vorstandsarbeit zu verbessern, öffentliche Vorstandssitzungen abzuhalten und die Grundlagen für Konfliktlösungsstrategien zu legen, was die Verantwortlichkeit aller freiwilligen MitarbeiterInnen sowie der Vorstandsmitglieder erhöht hat.

Jede dieser Veränderungen führte zu Richtlinien, nach denen ich den größten Teil des Jahres 2015 als freiwillige Mitarbeiterin unabhängig vom Vorstand gearbeitet habe. Ich kenne aus erster Hand die Stärken, Schwächen und Auswirkungen der Vorstandsentscheidungen und wie sich diese auf die Arbeit der freiwilligen HelferInnen und Komitees auswirken. Diese Perspektive können nur eine Handvoll der OTW-Mitglieder aufweisen – es ist selten, dass Mitglieder des Vorstands danach wieder auf den Posten der freiwilligen HelferInnen zurückkehren – und der Vorstand kann von dieser Perspektive sehr profitieren.

3. Welche Ziele möchten Sie während Ihrer Amtszeit erreichen?

Ich möchte, dass die OTW auch in 50 Jahren noch eine vitale Organisation ist, wofür eine Umsetzung des strategischen Plans und die Einstellung von leitenden Angestellten ein Anfang ist. Meiner Meinung nach brauchen wir mindestens eine/n VorstandsvorsitzendeN, eine/n FinanzchefIn, eine/n technische/n ReferentIn oder hauptverantwortliche/n CoderIn, eine/n HauptsystemanalytikerIn, eine/n UnternehmensjuristIn sowie eine/n LeiterIn der Personalabteilung. Idealerweise sollten diese Aufgabe in erster Linie an OTW-Mitglieder vergeben werden, die bereits in vergleichbaren Rollen tätig waren und welche in bezahlte Voll- oder Teilzeitstellen übernommen werden können. In Verbindung mit diesem Ziel würde ich es begrüßen, wenn einige unserer freiwilligen MitarbeiterInnen ihre ehrenamtlichen Stunden je nach Bedarf auf ein handlicheres und ausgeglicheneres Maß reduzieren könnten.

Unsere Zukunftsfähigkeit hängt auch von einer Erweiterung unserer Möglichkeiten zur Mittelbeschaffung und unserer Fähigkeiten, Kontakte zu knüpfen, ab. Das „Entwicklung und Mitgliedschaft“-Komitee hat bereits gute Ideen für diesen Bereich, die ich umgesetzt sehen möchte. Das beinhaltet vor allem ein großes Spendenprogramm sowie Nachlassspenden und eine größere Präsenz der OTW auf Conventions und Konferenzen. Als Vorstandsmitglied würde ich dabei helfen, einen festen Plan für diese Dinge zu entwerfen und zusammen mit jetzigen und früheren Vorstandsmitgliedern nach den besten Möglichkeiten suchen, um uns mit bereits bestehenden oder zukünftigen UnterstützerInnen zu vernetzen und die Projekte der OTW einem neuen Publikum vorzustellen.

Am Ende meiner Amtszeit möchte ich, dass der Vorstand auf eine Art funktioniert, die eher einem traditionellen Vorstand entspricht, der sich auf die Unternehmensführung fokusiert. Um dies zu erreichen, muss der Vorstand seine Managementfähigkeiten ausbauen und eine Balance zwischen freundlicher Vernachlässigung und Micromanagement finden. Die Einbeziehung einer externen Ausbildung sowie die Schaffung eines Führungskomitees aus erfahrenen freiwilligen MitarbeiterInnen, Vorsitzenden und freien MitarbeiterInnen wird in einer effektiveren Führung resultieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass sich der Vorstand auf die Langzeitziele der Organisation konzentrieren kann.

4. Was ist Ihre Erfahrung hinsichtlich der OTW-Projekte und wie würden Sie mit den relevanten Komitees zusammenarbeiten, um sie zu unterstützen und zu stärken? Schließen Sie bitte AO3, TWC, Fanlore, die Arbeit unserer Legal Advocacy (Rechtsvertretung) und Open Doors (Offene Türen) ein, aber fühlen Sie sich frei, bestimmte Gebiete zu betonen, an denen Sie besonders interessiert sind.

Als Mitglied des Vorstands und anschließend als Schatzmeisterin habe ich mit allen Komitees der OTW in irgendeiner Weise zusammengearbeitet und bin mit allen unseren Projekten vertraut. Ich weiß aus Erfahrung, dass es als Vorstandsmitglied in erster Linie meine Aufgabe wäre, den Vorschlägen der Komitees zu folgen, ihren Fachkenntnissen zu vertrauen und auf ihre Anfragen zu reagieren, sowie von Zeit zu Zeit durch Nachfragen sicherzustellen, dass ihre Arbeit im Einklang mit der Mission und den Anforderungen der Organisation steht, sowie mit den gesetzlichen Bestimmungen, welchen wir als eingetragene gemeinnützige Organisation unterliegen.

Ein bestimmtes Beispiel dafür kam Ende des letzten Jahres sowie Anfang 2015 auf. Ein Projekt wurde vorgeschlagen, welches mit unserer Mission und mit unseren Zielen übereinstimmte, aber der Antrag äußerte sich nicht zur Zusammenarbeit mit anderen Komitees und er berücksichtigte nicht die finanziellen Auswirkungen des Plans. Mir ist es gelungen, auf diese Fragen aufmerksam zu machen und mit dem Komitee Wege zu finden, um diese Lücken anzusprechen. Dies führte zu einem besseren Verständnis für das Projekt, dessen Bedürfnisse sowie die möglichen Auswirkungen auf die Organisation.

Ich denke, dass dies eines der besten Dinge ist, die ich einbringen kann: die Fähigkeit, mit allen Komitees nach Bedarf zusammenzuarbeiten, um verschiedene Perspektiven ihrer Arbeit zu beleuchten und dabei zu helfen, ihre Projekte mit unseren gemeinsamen Zielen zu verbinden.

5. Wählen Sie zwei Punkte/Themen, von denen Sie annehmen, dass sie eine hohe Dringlichkeit für die OTW haben, sowohl in- als auch extern. Was bedeuten Ihnen diese Punkte und weshalb? Wie möchten Sie sie in Ihre Vorstandstätigkeit integrieren?

Ich nähere mich der Arbeit mit der OTW immer noch aus der Perspektive der Mittelbeschaffung und der Finanzen und dies sind auch mit die Bereiche, von denen ich denke, dass sie intern von höchster Priorität sein sollten. Sowohl im Bereich der Mittelbeschaffung als auch im Finanzmanagement waren wir nie in besserer Verfassung. Wir müssen beides beibehalten, sowie unsere Kapazitäten zur Mittelbeschaffung auf verschiedene Aktivitäten ausweiten, etwa indem wir ein großes Spendenprogramm schaffen und Nachlassspenden sowie die Verwendung von verzinsten Konten ermöglichen. Dies alles würde unsere Einnahmen erhöhen.

Nach Außen würde ich es gerne sehen, wenn die OTW sowohl online als auch offline mehr Beziehungen zu fannischen Gemeinden aufbaut. Dabei interessiert es mich besonders, unsere Präsenz auf Conventions, Konferenzen und an anderen Veranstaltungsorten zu erhöhen. Die Möglichkeit, persönlich mit anderen Fans in Kontakt zu treten, ist ein Privileg, und wir haben die Mittel, dies mehr unserer freiwilligen MitarbeiterInnen und HelferInnen zu ermöglichen und dabei gleichzeitig die Arbeit der OTW zu fördern. Wir können solche Plattformen nutzen, um Podiumsdiskussionen zu veranstalten, HauptrednerInnen zur Verfügung zu stellen und andere Möglichkeiten finden, um Diskussionen anzustoßen oder weiterzubringen – etwa über fannische Werke, die juristischen Probleme mit denen sich SchöpferInnen konfrontiert sehen, das entstehende akademische Feld der Fanstudien, sowie die Wichtigkeit, fannische Geschichte oder Produkte zu erhalten. Mein Ziel ist die Zusammenarbeit mit dem „Entwicklung und Mitgliedschaft“-Komitee und dem Vorstand, um ein konzentriertes Programm zur Kontaktaufnahme zu starten und einen Vorteil aus unseren Möglichkeiten zu ziehen, uns zu vernetzen und unsere Arbeit voranzubringen.

6. Was glauben Sie sind die Schlüsselverantwortlichkeiten eines/des Vorstandes? Sind Sie vertraut mit den gesetzlichen Bestimmungen für den Vorstand einer gemeinnützigen Organisation in den USA?

Ich bin sehr vertraut mit den gesetzlichen Bestimmungen, mit denen sich ein Vorstand einer gemeinnützingen Organisation konfrontiert sieht, da ich vor meiner Arbeit bei der OTW bereits bei zweien gearbeitet habe, sowohl als Personalvertretung als auch als Geschäftsführerin. Außerdem habe ich in meinen über 20 Jahren im gemeinnützigen Bereich noch mit vielen weiteren solchen Organisationen zusammengearbeitet.

Die Frage nach den Hauptverantwortlichkeiten teilt sich für mich in zwei Bereiche auf. Erstens ist da die juristische und treuhänderische Verantwortung einer guten Geschäftsführung, sowie die Pflichten der Loyalität, der Sorgfalt und der Gehorsamkeit, die die Verwaltung von Finanzen und Mitteln bestimmen. Dies sind die Grundsätze eines Managements einer gemeinnützigen Organisation. Zweitens glaube ich, dass der Vorstand die komplizierteren und manchmal etwas unklaren Verpflichtungen gegenüber den Menschen hat, mit denen und für die sie arbeiten. Diese Prinzipien beinhalten Ehrlichkeit und Verantwortlichkeit; für die freiwilligen MitarbeiterInnen als Unterstützung da zu sein, zur Betreuung, Leitung und Zusammenarbeit; und die Fähigkeit, das große Ganze im Auge zu behalten, während man sich gleichzeitig angemessen Mühe gibt, die Details zu verstehen, um einen Plan zu entwickeln, um die Organisation auch für die Zukunft zu erhalten.

7. Wie würden Sie Ihre Vorstandstätigkeit mit anderen Rollen in der OTW in Einklang bringen oder inwieweit planen Sie, Ihre derzeitigen Rollen abzugeben, um sich auf die Vorstandsarbeit zu konzentrieren?

Ich habe meinen Posten als Schatzmeisterin bereits aufgegeben, etwas dass ich zum Ende des Jahres ohnehin tun wollte. Unabhängig vom Ausgang der Wahl möchte ich weiterhin ein Teil des „Entwicklung und Mitgliedschaft“-Komitees bleiben. Da das Komitee außerhalb der zwei jährlichen Kampagnen ein relativ geringes Arbeitsvolumen hat, und da ich möchte, dass der Vorstand eine aktivere Rolle in der Mittelbeschaffung einnimmt, habe ich keine Sorge, die Anforderungen meiner beiden Aufgaben miteinander zu vereinbaren.