Milena Popovas Biografie und Wahlprogramm

Biografie

Milena Popova war für mehr als zwei Jahrzehnte (bitte nicht nachrechnen!) immer mal wieder in einer Fandom-Beziehung. Durch Fanfiction dem Genuss popkultureller Durchschnittskost soweit entwöhnt, dass nur noch die Bereitschaft blieb, das Minimum zu konsumieren, das nötig ist, um sich Eintritt ins Fandom zu verschaffen, beschloss Milena, einen Beruf daraus zu machen – derzeit steht die Komplettierung einer Forschungsarbeit zum Erwerb des PhD mit dem Thema Darstellung von Einvernehmlichkeit bei sexuellen Kontakten in Fanfiction an. In einem früheren Leben war Milena Technologie- und ProjektmanagerIn bei einem großen Multi und sammelte bis heute eine Menge Erfahrung in der Freiwilligenarbeit, unter anderem im Vorstand von zwei britischen gemeinnützigen Vereinen. Innerhalb der OTW (Organisation für Transformative Werke) war Milena für zweieinhalb Jahre als freiwilligeR HelferIn für Tagbändigen tätig und ist neuerdings freiwilligeR MitarbeiterIn des Kommunikationskomitees für das Fanhacker Projekt. Milena ist alleiniges Eigentum einer Katze namens Chili (auch bekannt als „Cultural Theorist Cat“), sie leben zusammen in Südwest England.

Wahlprogramm

1. Warum haben Sie sich entschieden, für die Vorstandswahl anzutreten?

Fandom allgemein und insbesondere die OTW haben mir schon soviel Freude im Leben gegeben, und es ist eine Gemeinschaft, der ich etwas zurückgeben möchte. In diesem Geiste bin ich seit einiger Zeit UnterstützerIn und Mitglied der OTW, seit 2,5 Jahren als freiwilligeR HelferIn beim Tagbändigen und neuerdings als freiwilligeR MitarbeiterIn für Fanhacker im Kommunikationskommitee. Ich habe eine Reihe von Fähigkeiten und Erfahrungen, die, wie ich denke, nicht nur wertvoll für diese Tätigkeiten sein dürften. Nachdem die 2015er Krise überwunden, und die Umsetzung des strategischen Planes in vollem Gang ist, befindet sich die OTW in einer Konsolidierungsphase in welcher, so glaube ich, meine Fähigkeiten wirklich einen konstruktiven Beitrag für die Organisation leisten können. Ich habe die Leidenschaft und die Begabung für das Gestalten und Hinarbeiten auf überzeugende Langzeit-Visionen, und ihre Unterstützung durch den Aufbau tragfähiger Organisationsstrukturen und zuverlässiger Arbeitsprozesse, wovon ich annehme, dass das ein Gewinn für die Org in dieser Zeit sein wird.

2. Welche Fähigkeiten und/oder Erfahrungen würden Sie in den Vorstand einbringen?

Ich bin im Vorstand zweier britischer gemeinnütziger Vereine gewesen, wo ich sowohl für die allgemeine Richtungsbestimmung, als auch die Finanzverwaltung der Organisation verantwortlich war und spezifische Projekte und Verbesserungsinitiativen geleitet habe. Durch diese Tätigkeiten habe ich so viele Einblicke dazu erhalten, was in gemeinnützigen Organisationen schief laufen kann und wie es in Ordnung gebracht wird und wie Organisationen verantwortungsvoll und nachhaltig geführt werden. Ich habe auch einen Sinn für die zentrale Rolle, die Freiwillige in gemeinnützigen Organisationen spielen, speziell in der OTW, wo wir alle, egal ob wir den Titel „MitarbeiterIn“ tragen oder nicht, letztlich Freiwillige sind. Ich habe viel Erfahrungen im Management von Freiwilligen sowohl aus meiner Tätigkeit im Vorstand anderer gemeinnütziger Organisationen, als auch als regionaleR FreiwilligenkoordinatorIn für eine politische Kampagne, und ich brenne darauf, ein Umfeld zu schaffen, in welchem sich Freiwillige gewürdigt und wertgeschätzt fühlen und die Möglichkeit haben sich zu entwickeln und zu wachsen. Außerdem verfüge ich über ein Jahrzehnt an Kenntnissen zum Management von Großprojekten in der Privatwirtschaft. Ich habe auch Arbeitserfahrungen in einem globalen, multi-kulturellen Umfeld, mit Zusammenarbeit über Grenzen, Zeitzonen, Sprachen und Kulturen hinweg. Ich pflege einen auf Zusammenarbeit gerichteten Arbeitsstil, bei dem ich versuche, Allianzen und Win-Win-Lösungen zu finden. Seit Kurzem bin ich auch einE Studierenden VertreterIn in verschiedenen Komitees meiner Universität und habe einige spürbare Verbesserungen für die Studierenden erreicht. Ich fühle mich zuhause beim Steuern großer, komplexer Organisationen, beim Berücksichtigen von Bedürfnissen anderer und dem Finden von Kompromissen.

3. Wählen Sie ein oder zwei Ziele für die OTW, die Ihnen wichtig sind, und an denen Sie gerne während Ihrer Amtszeit arbeiten würden. Weshalb sind Ihnen diese wichtig? Wie würden Sie mit anderen zusammen arbeiten, um sie zu erreichen?

Ich denke, die Rechenschaftslegung des Vorstandes hat sich über die letzten paar Jahre deutlich verbessert, jedoch ist da immer noch viel zu tun, und das hätte Priorität für mich. Wir bekommen jetzt viel bessere Informationen über die tägliche Arbeit des Vorstandes, aber es wäre großartig, regelmäßige, kompakte Nachrichten zu erhalten, wie es mit dem großen Ganzen aussieht: wo sind wir im strategischen Plan, in welchem Verhältnis stehen unsere Ausgaben zur Spendensammlung und dem Budget usw. Ebenso würde ich die vorgeschlagene Abschaffung der Unterscheidung zwischen freiwilligen HelferInnen und MitarbeiterInnen unterstützen und eine Änderung unserer Strukturen vorschlagen, die aktiven Freiwilligen erlaubt, in Wahlen abzustimmen, unabhängig vom Status als zahlendes Mitglied: unsere Freiwilligen geben einen enormen Teil ihrer Zeit um die Org am Laufen zu halten und sollten mitentscheiden dürfen wie sie läuft, ungeachtet von Finanzmitteln. Schließlich würde ich mich bemühen, unsere Rechenschaftslegung nach außen, zur breiteren Fangemeinde, zu verbessern: auch wenn wir nie alle glücklich zu machen können, so gibt es doch berechtigte Rückmeldungen von außen, auf die wir in konstruktiver Weise eingehen können, und ich würde gerne Wege finden das zu tun.

4. Was ist Ihre Erfahrung mit OTW-Projekten, und wie würden Sie mit den relevanten Komitees zusammenarbeiten, um sie zu unterstützen und zu stärken? Versuchen Sie bitte möglichst viele Projekte zu berücksichtigen, aber betonen Sie gerne bestimmte Gebiete, mit denen Sie Erfahrung haben.

Meine unmittelbarste Erfahrung habe ich als TagbändigerIn und mit dem Kommunikationskomitee als freiwilligeR MitarbeiterIn für Fanhacker mit dem Archive of Our Own – AO3 (Ein Eigenes Archiv). Als StudierendeR der Fan-Forschung habe ich auch Arbeiten bei Transformative Works and Cultures – TWC (Transformative Werke und Kulturen) eingereicht. Andererseits besitze ich ein umfassendes Bewusstsein und Wertschätzung für die Bedeutung anderer Projekte, eingeschlossen Legal Advocacy (Rechtsvertretung), Fanlore und Open Doors (Offene Türen). Einen weiteren Hut habe ich als AktivistIn für Digitale Rechte auf, und ich fühle, dass die Arbeit der Rechtsvertretung zur transformativen Natur und dem Urheberrechtsstatus von Fanwerken zentral für das Fandom und darüber hinaus ist. Als ein Fan und StudierendeR der Fan-Forschung, begeistere ich mich dafür, die Geschichte, Identität und Schöpferkraft des Fandoms durch Projekte wie Fanlore und Offene Türen zu bewahren.

In meiner derzeitigen Position innerhalb der Org habe ich nicht unbedingt Einblick in alle Einzelheiten aller Projekte und Komitees. Als allererstes würde deshalb von den wesentlichen Komitees wissen wollen, was sie vom Vorstand benötigen, und wie wir sie am besten unterstützen können. Ich habe so eine Ahnung, dass wir in einigen Bereichen unterbesetzt sind und tagtäglich nur dort löschen, wo es brennt – wenn Du in so einer Lage bist, ist es schwer strategisch zu denken und die notwendigen Strukturen für Nachhaltigkeit aufzubauen. Ich würde gerne mit diesen Komitees und Projekten daran arbeiten, zu einem zukunftsfähigeren Zustand zu gelangen. Ich habe ein paar Ideen, wie das erreicht werden könnte: Verbesserungen beim Rekrutieren, Trainieren und der Freiwilligenbindung, ein Pool von nicht-komiteegebundenen MitarbeiterInnen mit überall benötigten Fähigkeiten, wie GrafikerIn, und/oder zur Stärkung unserer Projektmanagementfähigkeiten. Nicht alle werden notwendigerweise überall arbeiten, aber das ist die Art Diskussionen, die ich gerne mit Projekten und Komitees führen möchte, um zu sehen, was wo funktioniert.

5. Wie würden Sie Ihre Vorstandstätigkeit mit anderen Rollen in der OTW in Einklang bringen oder inwieweit planen Sie, Ihre derzeitigen Rollen abzugeben, um sich auf die Vorstandsarbeit zu konzentrieren?

Abhängig von den konkreten zeitlichen Erfordernissen würde ich möglicherweise sehen, ob ich mich etwas in meiner Tagbändigen-Arbeit einschränken könnte, beginnend mit Fandoms die bereits Co-BändigerInnen haben. Ich würde sehen, dass ich meine Tätigkeit für die Fanhacker behalten kann, und erwarte keine Probleme damit, weil dort eine ausreichende Überschneidung mit meinem „Tagesjob“ als StudierendeR in Fan-Forschung existiert.