Kristina Busse’s Biographie und Manifest

Biographie

Kristina Busse ist Gründungsmitglied und Mitherausgeberin unseres akademischen Journals Transformative Works and Cultures – TWC (Transformative Werke und Kulturen) und arbeitet seit acht Jahren für die OTW (Organisation für Transformative Werke). Sie hat mehrere wissenschaftliche Bücher über Fan-Fiktion und Fan-Kuturen mit herausgegeben, und sie publiziert weiterhin auf diesem Gebiet. Zu ihren Büchern gehören die co-editierten Fan Fiction and Fan Communities in the Age of the Internet, Sherlock and Transmedia Fandom und The Fan Fiction Studies Reader. Alle Einkünfte durch den Verkauf gehen an die OTW. Kristina schloss sich dem organisierten Fandom in den späten 90ern als Buffy/Angel Shipper an und war in mehr Fandoms aktiv, als sie zugeben mag. Derzeit ist sie besessen von Dragon Age, Marvel und Vorkosigan. Sie hat ihren Doktor in Englisch an der Tulane Universität gemacht und unterrichtet an den Instituten Philosophie und Geschlechter-Studien an der Universität von South Alabama. Sie unterrichtet alles von Logik und Mythologie bis zu Fan-Studien und Geschichte der LGBT. Kristina, eine gebürtige Deutsche, lebt mit ihrer Familie von tabletop role-playing Gamern in den Südstaaten der USA.

Wahlprogramm

1. Warum haben Sie sich entschieden, für die Vorstandswahl anzutreten?
Zum ersten Mal bin ich mir sicher, dass ich mit der zu erwarten Arbeitsbelastung umgehen und allen gerecht werden kann: dem Vorstand, meiner Arbeit für die OTW, meinem Beruf und meiner Familie. Ich freue mich darauf, meine Mit-Fans im Vorstand zu vertreten und ihnen nützlich sein zu können. Viele der Hauptgründe, aus denen ich bisher nie daran gedacht habe, dem Vorstand beizutreten, haben sich geändert: ich habe gerade das Buch beendet, an dem ich viele Jahre gearbeitet habe, daher habe ich mehr Freizeit; meine Kinder sind fast erwachsen (und können selber Auto-Fahren!); und TWC läuft wie geschmiert. So wie mein Leben im Moment läuft, denke ich, es ist eine gute Gelegenheit, mehr Arbeit für die OTW zu leisten.

Für mich hat der Vorstand immer zweierlei Zweck: er sorgt dafür, dass die unterschiedlichen Teile einer Organisation reibungslos zusammenarbeiten und nach außen fungiert er als Kontaktstelle und Fürsprecher. Das letztere ist eine Ausweitung der Dinge, die ich bereits tue, wie Interviews geben und Kontakt/Verbindung mit Menschen oder Gruppen aufnehmen, die ähnliche Ziele wie wir haben. Außerdem denke ich, es ist nützlich, Leute aus verschiedenen Komitees im Vorstand zu haben. Das Fachzeitschriftkomitee z.B. war noch nie im Vorstand vertreten, und ich denke eine große Bandbreite von Erfahrungen inner- und außerhalb der OTW ist für Vorstandsmitglieder nützlich.

2. Welche Fähigkeiten und/oder Erfahrungen würden Sie in den Vorstand einbringen?
Ich bin Mutter und Lehrerin, daher habe ich sehr viel Geduld. Ich habe mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammen Texte herausgegeben und editiert und denke gerne, dass ich gut mit anderen zusammenarbeiten kann. Ich bin seit acht Jahren TWC-Redakteurin und habe drei Buchsammlungen zu Fan-bezogenen Themen herausgegeben. Bei all diesen Projekten musste ich mich mit Menschen herumschlagen und sie dazu bringen, ihre Termine einzuhalten. Zwar bin ich nicht offiziell Vorsitzende des Fachzeitschriftkomitees, aber Karen und ich teilen die meisten Aufgaben auf, daher war ich die letzten acht Jahre mit der Führung von freiwilligen MitarbeiterInnen und freiwilligen HelferInnen betraut. Wir sind stolz darauf, ungeheuer schnell reagieren zu können und unsere Termine einzuhalten. Jedes Mal. Kurz: Dinge zu erledigen.

Ich glaube, ich kann wertvolle Erfahrungen in den Vorstand einbringen, sowohl als längjähriges Mitglied der OTW, als auch persönliche und berufliche Erfahrungen. Ich habe die OTW unterstützt, seit sie im Frühjahr 2007 eine Idee im LiveJournal war. Als ich später in diesem Jahr gefragt wurde, bin ich eingetreten und habe den akademischen Zweig aufgebaut. Es war ein langer und harter Weg dorthin zu kommen, wo TWC heute ist, aber wir haben durchgehalten. Natürlich habe ich mich besonders auf diesen Teil der Organisation konzentriert, aber meine persönliche Arbeitsbelastung, wie Werbung machen und Kontakte knüpfen, nimmt langsam ab. Daher kann ich jetzt ein wenig zurücktreten und über die OTW im Allgemeinen nachdenken. Ich glaube von ganzem Herzen an jedes einzelne Projekt der OTW, und ich freue mich über jede/n, der/die sichtbar oder hinter den Kulissen hilft, diese unglaubliche Organisation zu unterstützen..

3. Welche Ziele möchten Sie während Ihrer Amtszeit erreichen?
Ich möchte, dass alle Komitees so unabhängig wie möglich werden. Das Fachzeitschriftkomitee hatte das Glück, große Kontinuität und eine recht einfache und klare Mission zu haben, aber ich würde gerne sehen, dass der Vorstand die Komitees aktiv unterstützt und ihnen mehr Einfluss zugesteht. Der derzeitige Vorstand arbeitet wo immer möglich in diese Richtung, und ich würde gerne helfen, diese Veränderung fortzusetzen. Generell glaube ich, dass der derzeitige Vorstand einen fantastischen Job gemacht hat, was Transparenz und Verantwortlichkeit betrifft, und ich würde gerne helfen, diesen Prozess fortzusetzen. Mit dieser Wahl vergrößert sich der Vorstand von fünf auf sieben Mitglieder, so dass wir mehr Leute haben, um die Arbeit aufzuteilen und die Veränderungen, die der Vorstand über die letzten Monate initiiert hat, fortzusetzen: für die Mitglieder-Basis und freiwilligen HelferInnen verfügbar zu sein; weiter daran zu arbeiten, unsere Finanzsituation zu klären, möglichst mit professioneller Hilfe; die Komitees zu unterstützen, die Hilfe benötigen und die Übersicht über die zu behalten, die nachhaltig arbeiten.

4. Was ist Ihre Erfahrung hinsichtlich der OTW-Projekte, und wie würden Sie mit den relevanten Komitees zusammenarbeiten, um sie zu unterstützen und zu stärken? Schließen Sie bitte AO3, TWC, Fanlore, die Arbeit unserer Legal Advocacy (Rechtsvertretung) und Open Doors (Offene Türen) ein, aber fühlen Sie sich frei, bestimmte Gebiete zu betonen, an denen Sie besonders interessiert sind.
Ich habe an all den unterschiedlichen Projekten der OTW mitgearbeitet und sie in Anspruch genommen (oder habe sie zumindest mit verfolgt, wie im Fall der Rechtsabteilung), einschließlich AO3 und Fanlore. Ich denke, sie alle brauchen Unterstützung, die jedoch keine überflüssige, zusätzliche Arbeit generiert. Das Wichtigste ist, den Komitees zuzuhören, was sie sagen und entsprechend zu planen und zu handeln. Wenn Open Doors Unterstützung bei der Kommunikation benötigt, wenn Fanlore mehr freiwillige MitarbeiterInnen benötigt, wenn das AO3 einen Auftragnehmer als engagierte/n ProgrammierIn einstellen möchte, sollten wir diese Dinge unterstützen, damit die Komitees ihre Arbeit machen können. Gleichzeitig ist mir auch bewusst, dass wir eine Organisation sind. Wir müssen in dieselbe Richtung arbeiten und nicht unnötig Doppelarbeit erzeugen. Ich sehe den Vorstand als Ort, der ein Gefühl für die Bedürfnisse und Ziele aller Komitees hat und daher als Organ, das, wenn notwendig, führen und beraten kann und soll.

5. Wählen Sie zwei Punkte/Themen, von denen Sie annehmen, dass sie für die OTW besonders wichtig sind, sowohl in-als auch extern. Was bedeuten Ihnen diese Punkte und weshalb? Wie möchten Sie sie in ihre Vorstandstätigkeit integrieren?
Ich würde gerne sehen, dass das Finanzkomitee in irgendeiner Form wiederkommt. 2014 entschied der Vorstand das Finanzkomitee durch den Schatzmeister zu ersetzen. Ich bin davon überzeugt, dass sich mehrere Leute diese zentrale Rolle in der Organisation teilen sollten. Die Wieder-Einsetzung des Finanzkomitees würde es erlauben, die Aufgaben und Verantwortlichkeiten aufzuteilen, besonders da die OTW weiterhin wächst. Ich glaube, wir haben den Auftrag das Fandom-Geld sparsam und effizient einzusetzen, und ich wäre gerne Teil eines Vorstandes, der dieses Ziel erreicht: durch sparen wo wir können und Ausgaben, wo sie erforderlich sind, wie das Archive of Our Own – AO3 (Ein Eigenes Archiv). Der Vorstand hat gerade begonnen, das Finanzkomitee wieder aufzubauen, und ich möchte diesen Prozess unterstützen.

Mein anderer zentraler Punkt ist genauso offensichtlich wie das Thema Geld – nämlich Selbsterhalt. Wir haben einen ziemlich effektiven Rekrutierungsprozess, aber in Wirklichkeit haben wir immer noch Komitees, die hart kämpfen müssen. Die zu beschäftigt sind, um (neue MitarbeiterInnen) zu schulen, oder auch nur zu rekrutieren, und die nur eine Person entfernt sind von der Nichtarbeitsfähigkeit. Es gibt keine einfache Lösung für dieses Problem, aber es ist eines, dessen sich alle Vorstandsmitglieder und aktiven freiwilligen MitarbeiterInnen nur zu bewusst sind. Ich weiß, wir suchen alle nach Wegen enthusiastische, fähige und unabhängige freiwillige MitarbeiterInnen und freiwillige HelferInnen zu finden und zu halten, die aber dennoch die Mission der OTW und ihre Arbeitsweise innerhalb und zwischen den Komitees verstehen. Und ich möchte helfen, unsere Komitees und ihre Mitglieder so produktiv und glücklich mit ihrer Arbeit wie möglichzu machen.

6. Was glauben Sie sind die Schlüsselverantwortlichkeiten eines/des Vorstands? Sind Sie vertraut mit den gesetzlichen Bestimmungen für den Vorstand einer gemeinnützigen Organisation in den USA?
Als gewähltes Gremium sollten die Vorstandsmitglieder dem Grundsatz der Organisation folgen: für Fans eintreten und Strukturen für fannische Unterstützung schaffen und gleichzeitig die Belange der Mitglieder und die treuhänderische Verantwortung der Organisation sicherstellen. Der Vorstand wird von der Satzung geleitet; intern sollte er die Komitees unterstützen und leiten, nach außen sollte er die Organisation vertreten, Netzwerke aufbauen und Fürsprecher sein.

Ich glaube, dass die unterschiedlichen Projekte größtenteils ein Gefühl für ihre eigenen Ziele haben, und ich glaube, dass die OTW und der Vorstand diese Ziele ermöglichen sollten – sei es die Veröffentlichung von weiteren 20 Streitfällen, um eine weitere DMCA Befreiung für Vidder zu erreichen, die Nutzerbasis für Fanlore zu erweitern, um die vielen Lücken zu füllen, die wir immer noch haben, alle Archive zu erhalten, die in Gefahr sind, für immer zu verschwinden und natürlich das AO3 zukunftsfähig, erweiterbar und so fantastisch, wie es bereits ist, zu erhalten. Und genügend Leute und Redundanzen zu haben, damit wir die Entwicklung gemäß unserer Roadmap fortsetzen können, hauptsächlich hinsichtlich der Archivierung und Kategorisierung und der Suche nach weiteren Arten von Fanwerken.

7. Wie würden Sie Ihre Vorstandstätigkeit mit anderen Rollen in der OTW in Einklang bringen, oder inwieweit planen Sie, Ihre derzeitigen Rollen abzugeben, um sich auf die Vorstandsarbeit zu konzentrieren?
Wie bereits erwähnt, hätte ich mich nicht entschieden, für die Wahl anzutreten, wenn ich nicht sicher wäre, mit der Arbeitsbelastung umgehen zu können. Es würde keinen Interessenkonflikt zwischen meiner Rolle als TWC Herausgeberin und der eines Vorstandsmitglieds geben und tatsächlich wenige oder keine Überlappungen, da die Rolle des TWC meist nach außen gerichtet ist. Normalerweise besteht meine Arbeit für TWC darin, mit LeserInnen, AutorInnen und RezensentInnen desTWC zu kommunizieren (die Mitglieder der OTW sein können, oder auch nicht, aber das hat keinen Einfluss auf ihre Beziehung zum TWC). Falls sich mein Leben nicht dramatisch ändern sollte, werde ich für die absehbare Zukunft weiter unterrichten und schreiben und erziehen und freiwillig für die OTW arbeiten.

Dieser Newsbeitrag wurde von freiwilligen ÜbersetzerInnen der OTW übersetzt. Um mehr über uns und was wir tun herauszufinden, schau auf der transformativeworks.org-Seite des Übersetzungsteams vorbei.