Jessie Camboulives‘ Biographie und Wahlprogramm

Biographie

Jessie Camboulives ist Absolventin der juristischen Fakultät der Sorbonne. Zur Zeit arbeitet sie an ihrem Magister für Recht in „Digital Law“. Zum Fandom kam sie 2007 mit Harry Potter Fanfiction, aber seitdem ist sie eine richtige Fandomsammlerin geworden. Ihre derzeitige Leidenschaft sind „Overwatch“ und „Yuri!!! On Ice“. Jessie kam 2015 als freiwillige Helferin für französische Übersetzungen zur OTW (Organisation für Transformative Werke), nachdem sie über eine Veröffentlichung der Rechtsabteilung gestolpert war. Sie arbeitet jetzt als Tagbändigerin und freiwillige Mitarbeiterin im Supportkomitee, wo sie sich darum kümmert, dass NutzerInnen des Archive of Our Own – AO3 (Ein Eigenes Archiv) die bestmöglichen Erfahrungen mit der Seite machen.

Wahlprogramm

1. Warum haben Sie sich entschieden, für die Vorstandswahl anzutreten?

Meine derzeitige Lebenssituation, sowohl was die Arbeit betrifft, als auch mein Privatleben, ist an einem Punkt angekommen, wo ich der OTW mehr Zeit widmen kann. Nachdem ich mit den derzeitigen Vorstandsmitgliedern über ihre Arbeit gesprochen habe, wurde mir klar, dass ich Fähigkeiten habe, die helfen können, nicht nur die augenblicklichen Probleme zu lösen, sondern auch die, denen sich der Vorstand zukünftig stellen muss.

Während der letzten zwei Jahre hat sich unser Umfeld enorm verbessert, aber es bleibt noch eine Menge zu tun, und ich möchte dem Vorstand bei seinen fortgesetzten Anstrengungen helfen. Ich bin überzeugt, dass die Arbeit, die ich bisher für die OTW geleistet habe, mir eine aufschlussreiche Einsicht in unsere Probleme ermöglicht, und dass ich wesentliche Beiträge zu ihrer Lösung bieten kann, besonders was Dokumentation und Teamarbeit betrifft.

2. Welche Fähigkeiten und/oder Erfahrungen würden Sie in den Vorstand einbringen?

Ich habe einige Jahre freiberuflich für Verlage gearbeitet. Dabei habe ich gelernt, mit häufig erbarmungslosen Fristen und strengen Projektanforderungen umzugehen. Durch mein Studium habe ich außerdem gelernt, ausführliche Dokumentationen zu schreiben und Probleme gründlich und kreativ zu bearbeiten, was ein wichtiger Teil der Vorstandsarbeit ist.

Was meine Erfahrungen in der OTW betrifft: ich war in der glücklichen Lage für verschiedene Komitees arbeiten und mit den meisten anderen zusammenwirken zu können. Das hat mir ein breites Verständnis der internen Arbeitsweisen und Ziele der Organisation gegeben, sowohl aus Sicht einer freiwilligen Helferin, als auch der einer freiwilligen Mitarbeiterin. Während meiner Arbeit für das Übersetzungskomitee habe ich gelernt, Teamerwartungen zu managen und trotz aller kulturellen Unterschiede effizient mit anderen Mitgliedern der OTW zusammen zu arbeiten. Durch die Arbeit für den Support bin ich in ständigem Kontakt mit AO3 NutzerInnen – das hat mir einen Blick auf die Probleme ermöglicht, denen sie sich gegenüber stehen und mich gelehrt, ihr Feedback zu berücksichtigen und weiter zu geben. Diese Erfahrungen werden nützlich sein, da der Umgang mit Kritik und Sorgen ein wesentlicher Teil der Vorstandsarbeit ist.

3. Wählen Sie ein oder zwei Ziele für die OTW, die Ihnen wichtig sind, und an denen Sie gerne während Ihrer Amtszeit arbeiten würden. Weshalb sind Ihnen diese wichtig? Wie würden Sie mit anderen zusammen arbeiten, um sie zu erreichen?

  • Eine solide Basis für die Bewahrung von Wissen erstellen. Derzeit befindet sich die Erfahrung unserer Organisation meistens in den Köpfen der Menschen, die schon einge Zeit für die OTW arbeiten. Das bedeutet, die OTW verlässt sich auf Stützen, die die Organisation irgendwann einmal verlassen werden. Oder die einfach nicht in einer Position sind, dass sie ihr Wissen an die entscheidenden Leute weitergeben können. Wir müssen an Wissenstransfer arbeiten, damit sichergestellt ist, dass Informationen einfach und schnell zugänglich sind. Ich bin der Ansicht, der Vorstand muss Schlüsselmitglieder identifizieren und mit ihnen zusammen arbeiten, um eine verlässliche Wissensbasis zu schaffen und sicher zu stellen, dass wir uns weiterentwickeln, statt dieselben Fehler zu wiederholen.
  • Prozesse zur Kontrolle von freiwilligen HelferInnen und freiwilligen MitarbeiterInnen entwickeln, damit diese im Fall von Untätigkeit entlassen werden können. Der Online-Charakter der OTW führt dazu, dass viele Komitees mit der Unerreichbarkeit ihrer MitarbeiterInnen zu kämpfen haben. Manchmal hatten einige von ihnen mehr inaktive Mitglieder, als solche, die tatsächlich arbeiteten, was ihre Funktionsfähigkeit stark beeinträchtigte und zur Überlastung von vorhandenen Mitgliedern führte. Derzeit sind die Prozesse zur Kontrolle und gegebenenfalls Entlassung von Freiwilligen widersprüchlich. Einige Komitees, wie das Übersetzungskomitee, haben Wege gefunden, das Problem zu minimieren, aber der Großteil unserer Organisation ist noch immer gefährdet. Im Hinblick auf das Wachstum der Organisation und ihrer Projekte wird es immer wichtiger, ein Auge auf das tatsächlich arbeitende Personal zu haben und Mitglieder, die auf Anfragen nicht reagieren, zu entlassen. Der Vorstand sollte mit den Komiteevorsitzenden zusammenarbeiten und ihnen helfen, eine Struktur aufzubauen, die es ermöglicht, die MitarbeiterInnen zu kontrollieren und sicherstellt, dass wir nicht am Ende weitere Geisterkomitees haben.

4. Was ist Ihre Erfahrung mit OTW-Projekten, und wie würden Sie mit den relevanten Komitees zusammenarbeiten, um sie zu unterstützen und zu stärken? Versuchen Sie bitte möglichst viele Projekte zu berücksichtigen, aber betonen Sie gerne bestimmte Gebiete, mit denen Sie Erfahrung haben.

Ich entdeckte die OTW durch die Arbeit unseres Legal Advocacy (Rechtsabteilungs) Projektes, etwas das mich als „Digital Law“ Studentin weiterhin sehr interessiert. Das zuständige Komitee leistet fantastische Arbeit in Selbst-Management, und ich glaube, der Vorstand täte gut daran, seinen Anforderungen zuzuhören und ihm zu erlauben, sich selbständig weiterzuentwickeln. In gleicher Weise ist Transformative Works and Cultures – TWC (Transformative Werke und Kulturen) recht selbständig. Ich gestehe, dass ich nicht jeden publizierten Artikel gelesen habe, aber die, die ich gelesen habe, sind ein deutlicher Beleg für die Qualität ihrer Arbeit. Deshalb glaube ich, der Vorstand sollte sich einfach darauf konzentrieren, ihnen die Werkzeuge zu geben, die sie benötigen, um eigenständig zu arbeiten.

AO3 und Open Doors (AO3 und Offene Türen) sind Projekte, mit denen ich zusammen gearbeítet, und die ich am häufigsten genutzt habe. Als Tagbändigerin und freiwillige Mitarbeiterin im Support, greife ich fast täglich auf AO3 zu, aber ich verbringe auch eine Menge Zeit auf der Webseite, um einfach die Werke zu genießen, die dort veröffentlicht oder von unserer ArchivarInnen gerettet wurden. Viele Komitees sind daran beteiligt, das AO3 am Laufen zu halten, und sein Wohlergehen hängt von vielen Tätigkeiten ab. Um diese Projekte zu unterstützen, muss der Vorstand die Unterschiede in der Kultur und den Bedürfnissen unserer Komitees verstehen und gewillt sein, sie individuell zu behandeln, aber gleichzeitig den Gesamtüberblick behalten.

5. Wie würden Sie Ihre Vorstandstätigkeit mit anderen Rollen in der OTW in Einklang bringen oder inwieweit planen Sie, Ihre derzeitigen Rollen abzugeben, um sich auf die Vorstandsarbeit zu konzentrieren?

Mein Terminkalender ist in letzter Zeit etwas weniger voll, daher habe ich mich überhaupt für die Kandidatur entschieden. Ich glaube nicht, dass die Vorstandsarbeit meine derzeitigen Rollen in der OTW beeinträchtigen wird; im Gegenteil, ich glaube, dass Vorstandsmitglieder immer davon profitieren, wenn sie in Kontakt mit der täglichen Arbeit der Organisation bleiben. Davon abgesehen: wenn es nötig werden sollte, kann ich meine derzeitigen Rollen abgeben, ohne meinen TeamkollegInnen und Co-BändigerInnen zuviel Arbeit aufzubürden.