Atiya Hakeems Biographie und Manifest

Biographie

Atiya Hakeem (Lady Oscar) schloss ihr Grundstudium in Biologie am California Institute of Technology ab und ging anschließend an die University of Hawaii, um in biomedizinischen Wissenschaften zu promovieren. Nachdem sie viele Jahre als Neurobiologin an der Caltech Autismus und soziale Kognition studierte, kehrte sie vor kurzem nach Hawaii zurück und verbringt im Moment ihre Zeit mit Erdferkeln im Zoo von Honolulu. Fandom war für sie schon immer Fluchtmöglichkeit und kreatives Ventil, mit Interessen wie Star Trek, Baseball, das Zeitalter der Segelschiffe, Hawaii Five-O und Anime. Aufgrund von letzterem begann sie, bei der Anime Expo und AX New York mitzuarbeiten. 2012 wurde sie Freiwillige bei der OTW (Organisation für Transformative Werke), und hat seither als Teil des Archive of Our Own – AO3 (Ein Eigenes Archiv) Support-Teams etwa 5.000 Anfragen von BenutzerInnen beantwortet. Da sie direkt dazu beitragen wollte, das AO3 am Laufen zu halten, trat sie Barrierefreiheit, Design und Technik (dem Programmier- und Designskomitee des AO3) als Testerin bei und ist jetzt Leiterin im Unterkomitee Qualitätssicherung und Test. Sie war auch aktiv in den Arbeitsgruppen Kategorieanpassung und Gutachten.

Manifest

1. Warum haben Sie sich entschieden, für die Vorstandswahl anzutreten?

Nachdem ich die letzten 3 ½ Jahre für die OTW gearbeitet habe, möchte ich die so gesammelte Erfahrungen dafür nutzen, bei der Führung zu helfen. Wir sind nicht irgendeine gemeinnützige Organisation – unsere Stellung als internationale, virtuelle und Fandom-orientierte Gruppe macht uns ungewöhnlich, ebenso wie unsere extrem vielfältigen aber miteinander verbundenen Projekte. Ich glaube, es ist extrem wichtig für die Zukunft der OTW, einen Vorstand zu haben, der die speziellen Charakteristiken der OTW und ihrer Freiwilligen versteht, und ich kann zu diesem Verständnis beitragen.

2. Welche Fähigkeiten und/oder Erfahrungen würden Sie in den Vorstand einbringen?

Zuallererst bringe ich meine Erfahrungen in der OTW selber mit. Als altgediente freiwillige Mitarbeiterin im AO3-Support habe ich ein Gespür dafür, was unsere Mitgliedschaft bewegt, sowie viel Erfahrung darin, mit diesen Anliegen hilfreich und professionell umzugehen. Ich habe durch Supportmeldungen, Kommentare zu Newsbeiträgen und den AO3 Status-Twitter ausgiebig mit dem fannischen Publikum zu tun gehabt. Als Mitglied von BD&T (Barrierefreiheit, Design und Technik) bin ich den Herausforderungen bei der Leitung eines großen Multikomitee-Projekts begegnet. Obwohl meine Arbeit größtenteils innerhalb des AO3 war, hatte ich in den Arbeitsgruppen Kategorieanpassung und Gutachten, in thematischen Chats und in sozialen Bereichen der OTW die Gelegenheit, Freiwillige aus allen Teilen der Organisation zu treffen und mit ihnen zusammen zu arbeiten.

Im wirklichen Leben habe ich zwei relevante Erfahrungsquellen. Zuerst habe ich viele Jahre im Umfeld von akademischen Laboren gearbeitet. Dadurch habe ich Erfahrungen mit Budgetierung, Projektplanung, Personalmanagement, Mentoring und Training gesammelt. Außerdem habe ich Erfahrung mit mehreren gemeinnützigen Organisationen, sowohl als Mitglied wie auch als Spenderin, und habe aus erster Hand gesehen, wie viele gemeinnützige Gepflogenheiten in der “realen Welt” funktionieren oder nicht funktionieren.

3. Welche Ziele möchten Sie während Ihrer Amtszeit erreichen?

  • Prozesse optimieren, so dass alle Anfragen an den Vorstand rasch beantwortet und Entscheidungen schnell getroffen werden können
  • Debatten und Entscheidungsbildung des Vorstandes über alles außer vertraulichen persönlichen Angelegenheiten in den öffentlichen Raum bringen
  • Verbesserung des Finanzmanagement, Budgetplanung und Transparenz inbegriffen
  • Teil eines Vorstands sein, in dem alle Mitglieder produktiv und professionell zusammenarbeiten

4. Was ist Ihre Erfahrung hinsichtlich der OTW-Projekte und wie würden Sie mit den relevanten Komitees zusammenarbeiten, um sie zu unterstützen und zu stärken? Schließen Sie bitte AO3, TWC, Fanlore, die Arbeit unserer Legal Advocacy (Rechtsvertretung) und Open Doors (Offene Türen) ein, aber fühlen Sie sich frei, bestimmte Gebiete zu betonen, an denen Sie besonders interessiert sind.

Überwiegend kommt meine Erfahrung vom AO3, sowohl vom Support-Komitee als auch vom “Barrierefreiheit, Design und Technik”-Komitee (BD&T). Als Mitglied von BD&T habe ich mit allen AO3-Komitees zusammengearbeitet, um das AO3 zu erhalten und zu verbessern. Dies beinhaltet das Offene Türen-Projekt, da BD&T das “Offene Türen”-Komitee beim Import von gefährdeten Archiven ins AO3 unterstützt. Meine Erfahrung bedeutet, dass ich aufs Engste und laufend damit vertraut bin, was die AO3-Komitees an Hilfe und Aufsicht vom Vorstand brauchen und nicht brauchen, und ich hoffe, dieses Verständnis in den Vorstand als Ganzen einbringen zu können. Da das AO3 sowohl der größte Verbraucher der finanziellen Ressourcen der OTW wie auch das bekannteste Projekt bei der Spendensammlung ist, halte ich es für extrem wichtig, dass der Vorstand es vollständig versteht und unterstützt.

Fanlore ist ein Projekt mit ähnlichen technischen Herausforderungen wie das AO3, aber mit noch größeren Personal- und Ressourcen-Schwierigkeiten. Ich würde gerne dabei helfen, stärkere Grundlagen zu entwickeln, damit die freiwilligen MitarbeiterInnen mehr Freiheit haben, sich auf die Ziele des Projekts zu konzentrieren.

Transformative Works and Cultures – TWC (Transformative Werke und Kultur) und Legal (Rechtsvertretung) laufen momentan sehr effizient und funktionell. Als Außenstehende und im Rahmen meines Umgangs mit Legal beim Weiterleiten von Support-Angelegenheiten, bin ich sehr von der Professionalität und Kompetenz ihrer freiwilligen MitarbeiterInnen beeindruckt. Ich denke, dass das Beste, was ich als Vorstandsmitglied für sie tun könnte, wäre es, sie so zu unterstützen, wie sie es wünschen.

5. Wählen Sie zwei Punkte/Themen, von denen Sie annehmen, dass sie eine hohe Dringlichkeit für die OTW haben, sowohl in- als auch extern. Was bedeuten Ihnen diese Punkte und weshalb? Wie möchten Sie sie in Ihre Vorstandstätigkeit integrieren?

Ich denke, die höchste Priorität der OTW sollte es sein, unser eigenes Haus in Ordnung zu bringen. Unser Finanzmanagement muss nachhaltiger sein: nicht nur eine Person, die alle Konten ungeprüft verwaltet, und keine Spendensammlung mehr ohne konkrete Ausgabenziele und geplante Budgets. Das ist etwas, das die erfolgreichen gemeinnützigen Organisationen, mit denen ich im “wahren Leben” zu tun habe, gut machen, und ich möchte ihre Arbeit als Vorbild nutzen.

Unser Umfeld für die Freiwilligen muss gesünder sein: weniger Überlastung, bessere Werkzeuge, bessere Kommunikation, besserer Informationsfluss vom Vorstand und durch Komitees.

Bei der Arbeit im AO3 sind mir häufig Situationen begegnet, in denen die fehlende Unterstützung durch den Vorstand unsere Arbeit erschwerte und die Stabilität des AO3 riskierte. Verzögerte Entscheidungen verhinderten den Kauf von notwendiger Ausrüstung, obwohl das Geld vorhanden war. Grundsatzentscheidungen ohne Transparenz und mit mangelndem Verständnis der Probleme führten zu schlechterer Moral bei den Freiwilligen und Entgleisung von Projekten. Als Vorstandsmitglied werden mir diese Erfahrungen dabei helfen, die Unterstützung all unserer Projekte und Freiwilligen zu verbessern.

6. Was glauben Sie sind die Schlüsselverantwortlichkeiten eines/des Vorstandes? Sind Sie vertraut mit den gesetzlichen Bestimmungen für den Vorstand einer gemeinnützigen Organisation in den USA?

Ich habe mich im Internet über die rechtlichen Grundlagen für den basierten Vorstand einer in den USA basierten gemeinnützigen Organisation informiert. Darüber hinaus, was wir von einem Vorstand brauchen, ist eine Gruppe, bei der sich unsere Freiwilligen darauf verlassen können, dass sie:

  • sich über die Projekte der OTW auf dem Laufenden hält
  • transparente, informierte und zeitnahe Entscheidungen trifft
  • verantwortungsbewusste finanzwirtschaftliche Aufsicht bietet
  • öffentlich die OTW repräsentiert

7. Wie würden Sie Ihre Vorstandstätigkeit mit anderen Rollen in der OTW in Einklang bringen oder inwieweit planen Sie, Ihre derzeitigen Rollen abzugeben, um sich auf die Vorstandsarbeit zu konzentrieren?

Es ist wichtig, dass der Vorstand mit den alltäglichen Abläufen in den Komitees der OTW in Verbindung bleibt. Deshalb plane ich nicht, vollständig von meinen Rollen zurückzutreten. Support hat kürzlich eine Anzahl vielversprechende neue MitarbeiterInnen rekrutiert, und ich plane, meine Mitwirkung dort auf Mentoring und die Bewahrung von Wissen zu beschränken, wodurch sich mein zeitliches Engagement reduziert. Als LeiterIn in QS&T (Qualitätssicherung und Test) plane ich, ein/e MitarbeiterIn zu rekrutieren, der/die mir beim Management von Freiwilligenaufgaben hilft; wir sind auch daran, unsere Suite von automatischen Tests zu verbessern, was mein Engagement bei der Beaufsichtigung manueller Tests reduziert.

In der Vergangenheit habe ich meine Komiteearbeit zeitgleich mit einer Vollzeitstelle erledigt. Momentan nehme ich mir etwas Zeit, um mich auf meine Freiwilligenarbeit und Karriereentwicklung zu konzentrieren, was es mir ermöglichen sollte, meinen Verantwortlichkeiten im Vorstand die nötige Zeit zu widmen.