Andrea Horbinskis Biographie und Manifest

Biographie

Andrea Horbinski ist die Sekretärin des OTW (Organisation für Transformative Werke)-Vorstands und eine Doktorandin in moderner japanischer Geschichte mit Schwerpunkt auf Neue Medien an der University of California, Berkeley. In 2015 wurde sie zur Sekretärin des Vorstands der Ada Initiative, die der Zunahme von weiblicher Beteiligung an Open-Source-Technologie und -Kultur gewidmet ist, gewählt. Sie war zuvor Fulbright-Stipendiatin in Japan und war die Vorsitzende des OTW-Komitees für Internationalisierung und Outreach, bevor sie 2012 zum OTW-Vorstand gewählt wurde. Sie ist seit 1999 im Online-Fandom aktiv, nachdem sie eine Mittelstufenabschlussrede über ihre Liebe zu Star Wars verfasste. Schon bald beteiligte sie sich am Anime- und Manga-Fandom als AMV-Schöpferin und später Fan-Übersetzerin. Sie hat Fandom, Anime, Manga und japanische Geschichte und Folklore auf Kongressen und Konferenzen auf fünf Kontinenten zur Diskussion gebracht, einschließlich Otakon, Sirens, WisCon, AnimeExpo und HASTAC und ihre Artikel und Rezensionen erschienen in The WisCon Chronicles Ausgabe 6, Mechademia und Transformative Works and Cultures (Transformative Werke und Kultur).

Manifest

1. Warum haben Sie sich entschieden, für die Vorstandswahl anzutreten?

Ich habe umfassende praktische Erfahrung durch meine Tätigkeit im OTW-Vorstand und im Vorstand der Ada Initiative gesammelt, und ich bin begierig, weiterhin meine Fähigkeiten und Kompetenz zu nutzen, um die OTW zu verstärken und ihre Mission zu fördern. Außerdem wurde der Vorstand ein Ort, an dem meine Fähigkeiten und Erfahrung sind nicht nur wertvoll sind, sondern auch geschätzt werden und deshalb fiel mir die Entscheidung, erneut für den Vorstand zu kandidieren, leicht.

2. Welche Fähigkeiten und/oder Erfahrungen würden Sie in den Vorstand einbringen?

Die Befähigungen und Erfahrung, die ich in den Vorstand mitbringe, sind dreieinhalb Tätigkeitsjahre im Vorstand (eineinhalb als Sekretärin), insgesamt sieben Jahre Erfahrung mit der OTW in unterschiedlichen Rollen, und eine breite Vertrautheit mit anderen Organisationen, die auf dem Gebiet der Open-Source und offener Kultur arbeiten. Zum Beispiel war ich dieses Jahr Mitglied des Gutachterskomitees der Inspirekampagne (Englischer Link), eine Wikimedia Foundation Bemühung, die Geschlechterdiversität auf Wikipedia und die damit verbundenen Projekte durch die Finanzierung der Gemeinschaft vorschlagende Bemühungen erhöhen, und ich bin derzeit auch die Video-Archivarin der WisCon. Ich arbeite daran, WisCons reiche Geschichte als feministische Science-Fiction Konvention zu digitaliseren und zur Verfügung zu stellen. All diese Erfahrungen haben mich mit mehreren unterschiedlichen Organisationsmodellen ganz allgemein vertraut gemacht, sowie welche Art von Politik, Strukturen und Philosophien für eine gut geführte Organisation im Allgemeinen sorgen.

3. Welche Ziele möchten Sie während Ihrer Amtszeit erreichen?

Ich bin besorgt, dass die Formulierung dieser Frage den Menschen eine falsche Vorstellung davon gibt, wie der OTW-Vorstand (oder jeder Vorstand) funktioniert! Als Vorstandsmitglieder sind wir verantwortlich für die gesamte Leitung und Verwaltung der OTW, sodass das grundsätzliche Ziel der Tätigkeiten für jedes Vorstandsmitglieds ist, ihre Verantwortung nach besten Kräften durchgeführt zu haben, um die Organisation und ihrer Mission am besten zu dienen. Dennoch ist das übergeordnetes Ziel des Vorstands für die nächsten drei Jahre klar: den strategische Plan der OTW zu verwirklichen, indem der Vorstand das „strategische Planung“- und „Freiwillige und Rekrutierung“-Komitees in seiner Arbeit unterstüzt, mit unterschiedlichen Komitees zusammenarbeitet, um die im Plan identifizierte Ziele, die sie und ihre Projekte betreffen, zu erreichen, und durch die Arbeit für die Durchführung der Ziele, die seine eigenen Rollen betreffen. Das ist einerseits das Ziel, an dem ich mit den anderen Mitgliedern des Vorstands arbeiten will um es zu erreichen; aber ganz allgemein will ich, dass die OTW in drei Jahren eine gemeinnützige Organisation mit einem wachsenden Budget ist, die gut aufgestellt für langfristige Nachhaltigkeit ist, sein wird. Um klar zu sein, das ist eine Herausforderung, aber es ist eine, die wir — die gesamte OTW — völlig schaffen können.

4. Was ist Ihre Erfahrung hinsichtlich der OTW-Projekte und wie würden Sie mit den relevanten Komitees zusammenarbeiten, um sie zu unterstützen und zu stärken? Schließen Sie bitte AO3, TWC, Fanlore, die Arbeit unserer Legal Advocacy (Rechtsvertretung) und Open Doors (Offene Türen) ein, aber fühlen Sie sich frei, bestimmte Gebiete zu betonen, an denen Sie besonders interessiert sind.

Als Vorstandsmitglied habe ich in den letzten drei Jahren mit allen Komitees zusammengearbeitet, die verantwortlich für diese Projekte sind und in meinem persönlichen und beruflichen Leben außerhalb der OTW arbeite ich mit ihnen in unterschiedlichen Kapazitäten zusammen: Archive of Our Own – AO3 (Ein Eigenes Archiv) ist der primäre Ort, an dem ich Fanfiction zum jetzigen Zeitpunkt konsumiere (obwohl nie soviel wie ich möchte!); Ich habe einen wissenschaftlichen Artikel in der Transformative Works and Cultures – TWC (Transformative Werke und Kultur – TWC) veröffentlicht und habe ihre veröffentlichtenen Artikel in meiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit zitiert; Fanlore hat mir viele Sache über Fandom(s), die ich nicht wusste, erläutert; und die Arbeit der Rechtsvertretung der OTW war sehr wichtig dafür, den Schutz meines Interneterlebnisses zu verteidigen und auf vielfältige Weise zu erweitern nicht zuletzt ihre Bemühung, Ausnahmen vom DMCA zu sichern, da ich eine Vidderin bin. Das “Offene Türen”-Komitee und seine Tätigkeiten haben mich dazu inspiriert, sorgfältig und kritisch über Archive, Archivierung, und die Bedeutung, das gleiche für nicht-digitale Fandom-Geschichte zu tun, nachzudenken, was mir geholfen hat meine Ziele für meine Arbeit als Video Archivarin des WisCons zu formulieren.

Es ist eine unglücklicher Realität des OTW-Vorstands in seiner derzeitigen Form, dass die Umsetzung unserer dualen Verantwortung der Leitung und Verwaltung bedeutet, dass wir nicht wirklich viel Zeit haben, um mit den von uns überwachten Komitees aktiv zusammenzuarbeiten. Es passiert viel häufier, dass Komitees mit Vorschlägen für unterschiedliche Projekte zu uns kommen, die wir dann überprüfen: das Meiste unserer Zusammenarbeit besteht aus Zusammenarbeit mit Komitees in dieser Phase, um Bedenken, die sie in ihrem ursprünglichen Vorschlag übersehen könnten, anzusprechen, manchmal auch, weil diese Bedenken Aspekte der Organisationsabläufe, mit der Komitees nicht vertraut sind betreffen, da sie unter die Befugnisse des Vorstands fallen. Ich freue mich auf weitere Zusammenarbeit mit diesen Komitees, damit die OTWs Projekte weiter wachsen können!

5. Wählen Sie zwei Punkte/Themen, von denen Sie annehmen, dass sie eine hohe Dringlichkeit für die OTW haben, sowohl in- als auch extern. Was bedeuten Ihnen diese Punkte und weshalb? Wie möchten Sie sie in Ihre Vorstandstätigkeit integrieren?

Eine Frage, über die ich kürzlich viel nachgedacht habe, ist Nachhaltigkeit. Dieses Thema wurde für mich das erste Mal im Rahmen der Diskussion über die Einstellung der Ada Initiative angesprochen, und obwohl dies die richtige Wahl für die Ada Initiative war, ist sie es offensichtlich nicht für die OTW. Also, was müssen wir tun, um sicherzustellen, dass die OTW langfristig nachhaltig ist, nicht nur drei, sondern fünf oder zehn oder zwanzig Jahre später? Es gibt immer noch viele Engpässe in der OTW, wo wir zu viel von einzelnen Freiwilligen verlangen, oder keine angemessene Bestimmungen haben, falls der Verlust von Schlüsselpersonen eintritt (in einem „von einem Bus überfahren“ Szenario, oder welchem Grund auch immer), und Umgang mit diesen Fehlerstellen ist durchaus ein großer Teil davon, die OTW nachhaltig zu machen. Die Ausführung des strategischen Plans wird auch offensichtlich zur dieser Nachhaltigkeit beitragen, aber sie ist etwas, denke ich, über das wir im Vorstand nur begonnen haben, uns eindeutig Gedanken zu machen, und für die Zukunft können und sollten wir mehr tun.

Noch eine Frage, über die ich nachgedacht habe, ist Sichtbarkeit. Eine Sache, die ich manchmal im Gespräch mit Menschen aus aller Welt frustrierend finde, ist, dass sie nichts von der OTW gehört haben, oder wenn sie gehört haben, kennen sie nur das AO3 – und viele AO3 BenutzerInnen haben keine Ahnung, dass AO3 ein Projekt der OTW ist und von der OTW unterstützt wird! Es besteht noch viel Spielraum um die OTW in den Räumen der offenen Kultur und des Open-Source-Aktivismus besser sichtbar zu machen, und in sichtbarer Weise Fandom und Fanwerke als legitime Aktivitäten außerhalb der Rechtssphäre zu verteidigen, und dies würde unsere Mission fördern. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, aber es ist eine andere Aufgabe, die letztlich die Organisation stärken wird.

6. Was glauben Sie sind die Schlüsselverantwortlichkeiten eines/des Vorstandes? Sind Sie vertraut mit den gesetzlichen Bestimmungen für den Vorstand einer gemeinnützigen Organisation in den USA?

Die Hauptverantwortlichkeiten des Vorstands werden in den Satzungen aufgeführt: Der Vorstand ist verantwortlich für die allgemeine Leitung der OTW in der Tätigkeit ihre Mission, und da der Vorstand keine seiner Aufgaben auf einen bezahlten Mitarbeiter, wie eine/n GeschäftsführerIn oder ein BetriebsdirektorIn, übertragen hat, heißt das, dass der Vorstand derzeit auch für das Tagesgeschäft der OTW verantwortlich ist. Als Sekretärin ist eine meiner Hauptverantwortlichkeiten die Satzungen der OTW zu erhalten; dank dieser Erfahrungen, meiner Vorstandstätigkeit in der OTW und der Ada Initiative, und meiner Arbeit mit anderen Organisationen, bin ich sehr vertraut mit den gesetzlichen Bestimmungen für eine gemeinnützigen Organisation in den USA.

7. Wie würden Sie Ihre Vorstandstätigkeit mit anderen Rollen in der OTW in Einklang bringen oder inwieweit planen Sie, Ihre derzeitigen Rollen abzugeben, um sich auf die Vorstandsarbeit zu konzentrieren?

Ich bin derzeit in keinen anderen OTW Rollen.

Wahlenskomitee Notiz: am 14. September wurde ein Tippfehler als Antwort auf Frage 4 (erster Absatz , letzter Satz) mit der Erlaubnis der Kandidatin korrigiert.